Präsenzmeetings aufnehmen
Nicht jede Besprechung ist ein Videocall. Wenn Sie im Raum zusammensitzen, übernimmt ein Mikrofon in der Tischmitte die Rolle des Bots — der Rest ist derselbe Weg: Transkript, Sprechertrennung, Protokoll, Aufgaben.
Es kostet nichts extra. Eine aufgezeichnete Stunde ist eine aufgezeichnete Stunde — egal, ob sie aus einem Videocall oder aus einem Besprechungsraum kommt. Es gibt kein zweites Kontingent und keinen Aufpreis.
So läuft es ab
- 1
Ankündigen
Sagen Sie zu Beginn, dass mitgeschnitten wird, und stellen Sie das Gerät sichtbar in die Tischmitte. Die Aufzeichnung des nichtöffentlich gesprochenen Wortes braucht die Kenntnis aller Anwesenden — ein Gerät auf dem Tisch übersieht man leichter als einen Bot in der Teilnehmerliste.
- 2
Namensrunde
Fünf Sekunden pro Person zu Beginn („Ich bin …") kosten nichts und bringen mehr als jede teurere Hardware: Sie liefern der Sprechertrennung saubere Ankersegmente.
- 3
Aufnehmen
Mikrofon per USB an Telefon oder Notebook, mit einer beliebigen Aufnahme-App mitschneiden. Niemals über Bluetooth — dort läuft das Mikrofon zwangsweise in Telefonqualität, und das kostet spürbar Erkennungsgenauigkeit.
- 4
Hochladen
Datei in Protoki hochladen. Transkript, Sprechertrennung und Protokoll entstehen auf demselben Weg wie bei einem Online-Meeting.
- 5
Sprecher einmal zuordnen
Aus „Sprecher 1" wird ein Name — einmal gesetzt, gilt er im ganzen Protokoll und in allen Aufgaben.
Protoki Mitte
Unser Anforderungsprofil für ein Tischmikrofon — rund 100 €
Wir verkaufen keine Hardware. Stattdessen sagen wir, worauf es ankommt, damit Sie ein passendes Gerät selbst beschaffen können — im Zweifel eines, das schon im Haus ist. Vier Anforderungen, mehr braucht es nicht:
Anschluss per USB, nicht per Bluetooth
Über Bluetooth läuft ein Mikrofon zwangsweise in Telefonqualität (Mono, 8 oder 16 kHz). Über USB liegen 16 bis 48 kHz an — der größte Einzelunterschied in der Erkennungsgenauigkeit.
In die Tischmitte, nicht an den Rand
Der Abstand zum Sprecher entscheidet, nicht die Zahl der Mikrofone. Ein einzelnes Mikrofon nah an den Leuten schlägt ein Array am Tischende.
Eigener Akku
Ein Mikrofon, das seinen Strom aus dem Telefon zieht, ist die häufigste Ursache für abgebrochene Aufnahmen. 90 Minuten Aufnahme kosten ohnehin 20 bis 40 Prozent Akku.
Signalverarbeitung aus, wo es geht
Rauschunterdrückung und aggressive Pegelautomatik sind auf Telefonie optimiert und regeln den leiseren zweiten Sprecher weg — genau die Information, die die Sprechertrennung braucht.
Geräte, die diese Anforderungen erfüllen
Eine Orientierung, keine Kaufempfehlung und keine Vertriebspartnerschaft: Wir verdienen an keinem dieser Geräte, verkaufen keines und haften für keines. Preise sind Circa-Angaben und ändern sich.
Audio-Technica ATR4697-USB · rund 30 €
Grenzflächenmikrofon mit USB-C, ausdrücklich auch fürs Smartphone gedacht. Für vier Personen an einem kompakten Tisch. Der günstigste Weg auszuprobieren, ob Ihnen die Qualität reicht.
Anker PowerConf S3 · rund 60–120 €
Sechs Mikrofone rundum, eigener Akku für rund 24 Stunden — er zieht keinen Strom aus dem Telefon. Für 4–8 Personen. Auslaufmodell: Wenn dieses Gerät, dann zeitnah.
Jabra Speak2 55 · rund 99 €
Vier Mikrofone, USB-C und USB-A am selben Kabel, dauerhaft im deutschen Handel. Steht in vielen Unternehmen ohnehin schon im Schrank — dann kostet der Versuch nichts.
Was Sie realistisch erwarten dürfen
Ein Mikrofon in der Tischmitte hört schlechter als ein Headset direkt am Mund. In Messreihen liegt die Fehlerrate der Sprechertrennung bei Nahbesprechung um 19 Prozent und bei einem einzelnen Raummikrofon um 22 Prozent. Für ein Protokoll mit Aufgaben ist das gut genug — für ein wortgenaues Wortprotokoll ist es keine Aufnahmesituation.
Zwei Dinge helfen mehr als teurere Hardware: die Namensrunde zu Beginn und die Sprecherzuordnung im Protokoll, die Sie einmal korrigieren und die danach überall gilt.
Zur Aufbewahrung sagen wir es genau: Eine hochgeladene Datei bleibt bis zur Sprecherzuweisung liegen, höchstens jedoch sieben Tage — danach wird sie gelöscht. Das ist nicht dasselbe wie „sofort gelöscht“, und wir schreiben es lieber hin, als dass Sie es später herausfinden.
Bald einfacher
An einer Protoki-App fürs Telefon, die Aufnahme und Hochladen in einem Schritt erledigt, arbeiten wir. Heute funktioniert der Weg über eine beliebige Aufnahme-App und die Upload-Seite — vollständig, nur mit einem Handgriff mehr. Einen automatischen Start über den Kalender wird es bei Präsenzterminen übrigens nicht geben: Mobile Betriebssysteme lassen eine Mikrofonaufnahme aus dem Hintergrund bewusst nicht zu. Jemand muss tippen.
Fragen dazu? Schreiben Sie uns — wir sagen Ihnen, ob sich der Aufwand für Ihren Raum lohnt.